Umsatzsteuervoranmeldung: wie ist Abgabeturnus bei Neugründungen zu berechnen?

Bis 2026 gelten für die ersten beiden Jahre des Unternehmens besondere Vorgaben.

Der Neuunternehmer muss die zu erwartende Umsatzhöhe im ersten Kalenderjahr sachgerecht schätzen und dem Finanzamt (im Rahmen des ELSTER-Standardfragebogens für Neugründungen) mitteilen. Werden Einzelunternehmen gegründet, wird meist eine Umsatzsteuerzahllast zwischen 1.000,00 € und 7.500,00 € anzunehmen sein. Im Aufnahmejahr der wirtschaftlichen Tätigkeit ist in diesem Regelfall eine vierteljährliche Voranmeldung abzugeben. Selbst wenn die Umsatzprognose in Ausnahmefällen einen Betrag unter 1.000,00 € erwarten lässt, ist eine jährliche Abgabe, wie sie in diesen Fällen sonst vorgesehen ist, im Gründungsjahr allerdings ausgeschlossen.

Für den zutreffenden Abgabeturnus des Folgejahrs muss die Zahllast des Gründungsjahrs hochgerechnet werden, wobei ganze Monate zugrunde zu legen sind. Ist beispielsweise von August bis Dezember eine Umsatzsteuerzahllast von 3.500,00 € entstanden, so ergibt die Hochrechnung einen Betrag von 8.400,00 €. Damit ist der Grenzwert überschritten und ab dem Folgejahr sind monatliche Umsatzsteuervoranmeldungen abzugeben. Ergibt die Hochrechnung der Umsatzsteuerzahllast des Gründungsjahrs hingegen einen Betrag unter 1.000,00 €, ist der Unternehmer im Folgejahr von der Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldungen befreit. Trifft beides nicht zu, verbleibt es bei der vierteljährlichen Abgabe.

Bis 2026 wird evaluiert, ob sich diese Vereinfachung bewährt hat, damit der Gesetzgeber entscheiden kann, ob die Regelung dauerhaft beibehalten wird.


RA und Fachanwalt für Steuerrecht Peter Eller, München, www.msa.de, eller(at)msa.de

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