12/2013

Inhalt:
1. Steuertermine Dezember 2013
2. Klare Worte zum real existierenden Steuertarif und der kalten Progression bis 2017

Sehr geehrte Mandantinnen und Mandanten,

der vorletzte Steuerrundbrief dieses Jahres ist dem Thema faktische Steuererhöhungen durch die im Koalitionsvertrag vereinbarte Untätigkeit des Gesetzgebers gewidmet. Trotz anderslautender Bekundungen führender Unions-Politiker kommen in der nächsten Legislaturperiode – wenn auch verdeckte – teils kräftige Steuererhöhungen zum Zug, die automatisch durch die so genannte kalte Progression ausgelöst werden. Dabei sind die Einkommen bis zu 30.000 € im Jahr am stärksten betroffen. Das Bundesfinanzministeriums hat errechnet, dass die kalte Progression in den nächsten 4 Jahren Steuermehrbelastungen in Höhe von 17,5 Milliarden € auslöst. Verschärft wird die Steuermehrbelastung im Bereich bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 52.882 € (Einzelveranlagung) durch die auch künftig erforderlichen Anhebungen des Grundfreibetrages. Kennen Sie eigentlich die exakten Formeln für die Einkommensteuerberechnung? Besser nicht! (Auflösung für 2013 am Ende)

 

RA Peter Eller und sein Kanzleiteam

1. Abgabe- und Zahlungstermine Dezember 2013

 

- Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung für Oktober 2013 (bei  Dauerfristverlängerung) bzw. November für 2013 (ohne Dauerfristverlängerung)

  der Lohnsteueranmeldung November 2013:                                                            10.12.13

- Einkommensteuer- und Solidaritätszuschlagsvorauszahlung 4. Qu. 2013             10.12.13

- Schonfrist für Zahlung (Eingang auf Finanzamtskonto):                                         13.12.13

- Abgabe der ZM für November 2013 (bei monatlicher Abgabe)                                27.12.13

- Abgabe Einkommensteuer- Gewerbesteuer- und Umsatzsteuererklärung 2012     31.12.13

 

 

2. Klare Worte zum real existierenden Steuertarif und zur kalten Progression bis 2017

 

 

Mit kalter Progression wird das Phänomen bezeichnet, dass infolge des doppelt progressiv ansteigenden Steuertarifes Gehaltserhöhungen der allermeisten Bundesbürger zwangsläufig von einem immer höheren Satz betroffen sind. Oft gleicht das gestiegene Gehalt aber nur wenig mehr als die Inflation aus. Experten des Bundesfinanzministeriums haben errechnet, dass die Summe der Steuermehrbelastungen in den nächsten 4 Jahren 17,5 Milliarden € beträgt. Dies geht aus einer Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage der Linkspartei hervor. Die prognostizierte Mehrbelastung (es wurde eine Inflationsrate von 2 % und Gehaltsteigerung von 2,9 % unterstellt) ist in der Gehaltstufe von 10.000 € bis 20.000 € mit 45 % am höchsten, sie sinkt in der Gehaltsgruppe von 30.000 € bis 75.000 € auf 25 % bis 26 % und nimmt dann kontinuierlich auf 7 % bzw. 2 % in der Gruppe der Spitzenverdiener (250.000 € bzw. 500.000 €) ab; im Einzelnen dazu die Grafik am Ende des Beitrages.

 

Verschärft wird die Progression dadurch, dass der Grundfreibetrag von Verfassungs wegen der laufenden Geldentwertung angepasst werden muss. In den letzten beiden Jahren musste der bis 2012 geltende Grundfreibetrag von 8.004 € zunächst auf 8.130 € (2013) 2014 auf 8.354 € angehoben werden. Wenn nicht gleichzeitig die Schwelle der Zone mit der Spitzenbelastung von Zusatzeinkommen mit 42 % angehoben wird (für Ledige bis 52.882 € und für Verheiratete 105.764 €), wird die progressive Tarifzone immer weiter gestaucht. Der Steuertarif steigt in diesem Fall schneller an, sobald der Grundfreibetrag angepasst wird. Die Progressionszone wurde bei der Korrektur des Grundfreibetrages 2014 nämlich nicht gestreckt, obwohl dies folgerichtig wäre. Auch nach dem Koalitionsvertrag ist dies von der kommenden Regierung nicht geplant.

 

Die geringfügig gute Nachricht für die Bezieher von Einkommen über den Schwellwerten ist: in dieser linear-progressiv genannten Tarifzone kommt ein Steuerabzugsbetrag zu Zuge, der mit dem Grundfreibetrag korrespondiert. Er ist von 8.196 € (2013) auf 8.239 € in 2014 erhöht worden. Dazu ein Vergleich für einen ledigen Steuerbürger:

 

§ 32a EStG Abs. 1: 1Die tarifliche Einkommensteuer im Veranlagungszeitraum 2013 .... beträgt für zu versteuernde Einkommen

1. bis 8 130 Euro (Grundfreibetrag): 0 Euro

2. von 8 131 Euro bis 13 469 Euro: (933,70 • y + 1 400) • y;

3. von 13 470 Euro bis 52 881 Euro: (228,74 • z + 2 397) • z + 1 014;

4. von 52 882 Euro bis 250 730 Euro: 0,42 • x – 8 196;

5. von 250 731 Euro an: 0,45 • x – 15 718.

3„y“ ist ein Zehntausendstel des den Grundfreibetrag übersteigenden Teils des auf einen vollen Euro-Betrag abgerundeten zu versteuernden Einkommens. 4„z“ ist ein Zehntausendstel des 13 469 Euro übersteigenden Teils des auf einen vollen Euro-Betrag abgerundeten zu versteuernden Einkommens. 5„x“ ist das auf einen vollen Euro-Betrag abgerundete zu versteuernde Einkommen. 6Der sich ergebende Steuerbetrag ist auf den nächsten vollen Euro-Betrag abzurunden.

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