11/2011

Inhalt:
1. Steuertermine November 2011
2. Steuervereinfachungsgesetz: Verschärfung bei verbilligter Vermietung an Angehörige
3. Die elektronische Lohnsteuerkarte ersetzt 2012 die gute alte Lohnsteuerkarte
4. ELENA-Halali noch vor dem Jahresende

Sehr geehrte Mandantinnen und Mandanten,

 

in der Kürze liegt oft die Würze, bis auf eine versteckte Steuererhöhung diesmal eher gute Nachrichten aus der Welt der Besteuerung.

 

Einen schönen Herbstausklang wünscht Ihnen

 

RA Peter Eller und sein Kanzleiteam

 

 

1. Abgabe- und Zahlungstermine November 2011

 

- Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung für September 2011 oder das dritte Quartal 2011 (bei  Dauerfristverlängerung) bzw. für Oktober 2011 (ohne Dauerfristverlängerung)

  sowie der Lohnsteueranmeldung September 2011:                                                 10.11.11

- Schonfrist für Zahlung (Eingang auf Finanzamtskonto):                                          14.11.11

- Fälligkeit der Gewerbesteuervorauszahlung für 3. Quartal 2011:                             15.11.11

- Schonfrist für Zahlung (Eingang auf dem kommunalen Konto):                              18.11.11

- Abgabe der ZM für Oktober 2011 (bei monatlicher Abgabe)                                    25.11.11

 

2. Steuervereinfachungsgesetz: Verschärfung bei verbilligter Vermietung an Angehörige

 

Wer seine Wohnung verbilligt an Verwandte vermietet, kann eine Menge Steuern sparen, denn wenn die vereinbarte Miete – bis 2011 – mindestens 56 % der ortsüblichen Miete beträgt, können die mit der Wohnung verbundenen Aufwendungen trotzdem in voller Höhe abgezogen werden. Das Steuervereinfachungsgesetz hat diesen Grenzprozentsatz auf 66 % angehoben, so dass für alle Vermieter an nahe Angehörige ab 2012 Handlungsbedarf besteht. Die Miete muss zum 01.01.2012 entsprechend angehoben werden, damit die Aufwendungen unbegrenzt abzugsfähig bleiben und die Verlustverrechnung mit anderen Einkünften gerettet werden kann.

 

Beträgt die vereinbarte Miete übrigens mehr als 75 % der ortsüblichen Miete, so wird ein Totalüberschuss in Hinblick auf eine ca. 30-jährige Mietzeit nach der Rechtsprechung ohne weiteres unterstellt. Beträgt die Miete zwischen 66 % (ab 2012) und 75 % der marktüblichen Miete, so muss der Vermieter die Gewinnerzielungsabsicht anhand einer konkreten Kalkulation des langfristigen Totalüberschusses nachweisen.

 

3. Die elektronische Lohnsteuerkarte ersetzt 2012 die gute alte Lohnsteuerkarte

 

Nachdem die Lohnsteuerkarte auf Papier bereits Ende 2010 abgeschafft wurde und 2011 ein Überbrückungsverfahren angewendet wurde, wird es ab 2012 ernst. Alle allgemeinen Angaben auf der Vorderseite der bisherigen Lohnsteuerkarte sind bereits in einer Datenbank der Finanzverwaltung gespeichert. Zur Verifizierung der Daten wurden allen Arbeitnehmern die persönlichen „Elektronischen LohnSteuerAbzugsMerkmale“ (ELStAM) mitgeteilt: also Steuerklasse, Religionszugehörigkeit, Zahl der Kinderfreibeträge und andere Freibeträge. Diese Lohnsteuerabzugsmerkmale fließen ab 2012 in die Lohn- und Gehaltsabrechnungen ein.

 

Persönlich veranlasste Änderungen können nur noch über das Finanzamt ausgeführt werden, nicht mehr bei der Gemeinde beantragt wie bisher. Personenstandsänderungen übermittelt die örtliche Meldebehörde ab 2012 direkt an das Bundeszentralamt für

Steuern (BZSt). Bei einer Heirat wird beispielsweise den Ehegatten automatisch die Lohnsteuerklassenkombination IV/IV zugeteilt: Andere Steuerklassenkombinationen müssen jedoch beim zuständigen Wohnsitzfinanzamt beantragt werden. Diese Merkmale gelten jeweils bis zur nächsten relevanten Änderung. Gewährte individuelle Freibeträge gelten dem gegenüber nur für ein Jahr, so dass die Antragsprozedur jedes Jahr wiederholt werden muss.

 

Auszubildende und Arbeitnehmer, die erstmals eine Beschäftigung aufnehmen wollen, wenden sich unter Angabe ihres Geburtsdatums und ihrer Steueridentifikationsnummer

an den Arbeitgeber, der die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale aus der ELStAM-Datenbank abrufen kann.

 

4. ELENA-Halali noch vor dem Jahresende

 

Das Gesetz zur Aufhebung von Vorschriften über das Verfahren des elektronischen
Entgeltnachweises (ELENA) hat am 04.11.2011 den Bundesrat passiert. War die Einführung von ELENA von Lobeshymnen von Politikern flankiert, heißt es heute, die Einstellung ELENA sei eine gute Nachricht (O-Ton Dr. Rösler). Wie auch immer: Das Gesetz muss nun noch vom Bundespräsidenten ausgefertigt und anschließend im Bundesgesetzblatt verkündet werden. Am Tag nach der Verkündung sind die Arbeitgeber von den elektronischen
Meldepflichten befreit und auch der bekennende ELENA-Fan DATEV wird dann keine Arbeitnehmerdaten mehr annehmen.

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