11/2010

Inhalt:
1. Steuertermine November
2. Gestaltungen bei der Einnahmeüberschussrechnung
3. E-Bilanz nach § 5b EStG für Wirtschaftsjahre ab 2011
4. Lohnabrechnung wird immer anspruchsvoller und elektronisches Erstattungsverfahren bei der Entgeltfortzahlung ab 2011

 

Sehr geehrte Mandantinnen und Mandanten,

 

die Digitalisierung der Steuerpflichten schreitet voran: Für Bilanzen ab 2011 dürfen Jahresabschlüsse nur noch in XBRL-Format beim Finanzamt eingereicht werden, mit einer genau vorgegebenen und unglaublich detaillierten Erfassungstiefe, die noch für viele Bilanzierer unangenehme Überraschungen bergen dürfte. Die Erfahrungen mit ELENA seit Jahresanfang  zeigen, dass der – angebliche – Bürokratieabbau beim Staat in erster Line für Bürokratieaufbau beim Steuerbürger sorgt!

 

Wir versenden in den nächsten Tagen an unsere bilanzierenden Mandanten eine Broschüre des NWB-Verlages mit Tipps, wenn sich das Jahr dem Ende zu neigt. Für Einnahme-Überschuss-Rechner finden Sie das Äquivalent unter Ziffer 2.

 

 

RA Peter Eller und sein Kanzleiteam

 

 

1. Abgabe- und Zahlungstermine November 2010

- Abgabe der Lohnsteueranmeldung 2010 und Umsatzsteuervoranmeldung für

September 2010 (bei Dauerfristverlängerung) oder für Oktober 2010 (ohne):             10.11.10

- Schonfrist für Zahlung (Eingang auf Finanzamtskonto):                                            15.11.10

- Fälligkeit der Gewerbesteuervorauszahlung für 4. Quartal 2010:             15.11.10

- Schonfrist für Zahlung (Eingang auf Finanzamtskonto):                                            18.11.10

- Abgabe der ZM für August 2010 (bei monatlicher Abgabe)                                  25.11.10

 

 

2. Gestaltungen bei der Einnahmeüberschussrechnung

 

-             Geplante Investitionen sollten vorgezogen werden, damit sich die Abschreibung bereits in 2010 Gewinn mindernd auswirkt (dies gilt insbesondere dann, wenn der Investitionsabzugsbetrag dafür geltend gemacht worden ist, wegen der zusätzlichen AfA in Höhe von 20 %).

 

-          Die Abrechnung von Aufträgen sollte über den Jahreswechsel hinausgeschoben werden.

 

-          Der Eingang von Kundenschecks zur Begleichung von Ausgangsrechnungen sollte möglichst hinausgezögert werden. Mahnen Sie Ihre Kunden ab sofort nicht mehr an, einige werden dann von sich aus nicht mehr zahlen.

 

-             Eingangsrechnungen sollten möglichst alle noch in 2010 beglichen werden.

 

-          Vorräte, Geringwertige Wirtschaftsgüter und sonstiges Betriebsmaterial sollten noch in 2010 angeschafft und bezahlt werden.

 

-             Zahlungen per Scheck, die am 31.12.2010 zur Post gegeben werden, sind noch im alten Jahr steuerwirksam.

 

-          Das Gleiche gilt bei Überweisungsaufträgen, die am 31.12.2010 bei der Bank eingehen.

 

-             Vorauszahlungen von wiederkehrenden Verpflichtungen - etwa Mietzins oder Leasingrate für Januar 2010 – sollten vor dem 22.12.2010 geleistet werden (Danach Beginn der Karenzzeit).

 

 

3. E-Bilanz nach § 5b EStG für Wirtschaftsjahre ab 2011

 

Für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2010 beginnen, sind nach § 5b EStG die steuerlichen Grundlagen zur Berechnung des steuerlichen Gewinns (Bilanz und GuV) in elektronischer Form nach einem amtlich vorgeschriebenen Datensatz im sogenannten XBRL-Standard (extensible Business Reporting Language) an die Finanzverwaltung zu übermitteln.

 

Die genaue inhaltliche Ausgestaltung der Elektronischen Bilanz der sogenannten eBilanz, d.h. der Detailgrad der vorgeschriebenen steuerrelevanten Positionen, hat konkrete Formen angenommen. Je nach Rechtsform des jeweiligen Unternehmens sind unterschiedliche Datensätze für die Einreichung vorgesehen. Es kann entweder eine Steuerbilanz oder eine Handelsbilanz mit Überleitungsrechnung übermittelt werden. Wir halten Sie zu diesem Thema auf dem Laufenden.

 

4. Lohnabrechnung wird immer anspruchsvoller und

elektronisches Erstattungsverfahren bei der Entgeltfortzahlung ab 2011

 

Das neue Jahr wirft seine Schatten voraus insbesondere bei der Lohnabrechnung: Eine Fülle von neuen Automatismen und Meldepflichten erwartet die Arbeitgeber bzw. deren Lohnabrechnungsstellen. Für die erweiterte elektronische Übermittlung von Daten benötigen wir bereits für die Lohnabrechnung November 2010 bei einzelnen Mandanten zusätzliche Informationen. Frau Paul bzw. Frau Hörmann wird Sie dazu in Kürze kontaktieren. U.a. müssen die bei uns aufgenommenen Mitgliedsnummern der Berufsgenossenschaften mit den Vorschriften der einzelnen Berufsgenossenschaften übereinstimmen. Da die BG teilweise fusioniert wurden, ist der Klärungsbedarf teilweise erheblich.

 

Ferner ersetzt 2011 das elektronische Erstattungsverfahren bei der Entgeltfortzahlung das bisherige manuelle Verfahren. Dieser hat zur Folge, dass sämtliche Parameter im Lohnprogramm hinterlegt werden müssen, damit ein ordnungsgemäßer Erstattungsantrag versandt werden kann.

 

Schließlich weisen wir darauf hin, dass ab 01.11.2010 bereits die elektronischen Lohnsteuerbescheinigungen nur noch unter Angabe der persönlichen Steuernummer ID übermittelt werden dürfen. Es gibt zwar Ausnahmeregelungen, wenn der Arbeitgeber diese Nummer vom Arbeitnehmer nicht erfahren hat. Reibungsloser verläuft diese Bescheinigungserteilung allerdings im jeden Fall dann, wenn die Steuer-Identifikationsnummer bekannt ist.

 

Für 2011 werden zudem keine neuen Lohnsteuerkarten mehr ausgegeben, Sie brauchen als Arbeitgeber also Ihre Arbeitnehmer nicht mehr an die Abgabe zu erinnern. Wie in der Übergangszeit bis 2012 bei Änderungen der Besteuerungsmerkmale zu verfahren ist, erfahren Sie im nächsten Steuerrundschreiben.

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