08/2010

Inhalt:
1. Steuertermine August
2. Umsatzsteuerfalle nach Wegfall der Auslandspauschalen für Selbständige
3. Nochmals zur wichtigen ZM-Umstellung: Erste Deadlines 25.08. bzw. 25.10. 2010!
4. Kapitalertragssteuerabzug auf betrieblichen Konten unschädlich
5. Informationsquellen über Schuldner und Gemeinschuldner in Insolvenz

Sehr geehrte Mandantinnen und Mandanten,

 

rechtzeitig vor unserer jährlichen Kanzleiferien von 07. bis 15. August 2010 erhalten Sie dieses Rundschreiben. Bitte lassen Sie uns Ihre Unterlagen und dringenden Anfragen deshalb möglich zeitnah zukommen. Auf meinen Jahresurlaub vom 02. bis einschließlich 22. August 2010 darf ich Sie ebenfalls hinweisen. Allen, die in den kommenden Wochen ebenfalls ausspannen können, wünsche ich eine erholsame Ferien- und Urlaubszeit!

 

RA Peter Eller und sein Kanzleiteam

 

 

1. Abgabe- und Zahlungstermine August 2010

- Abgabe der Lohnsteueranmeldung 2010 und Umsatzsteuervoranmeldung für

Juni 2010 (bei Dauerfristverlängerung) oder für Juli 2010 (ohne): 10.08.10

- Einkommensteuer- und Solidaritätszuschlagsvorauszahlung: 10.08.10         

- Gewerbesteuervorauszahlung: 10.08.10

- Schonfrist für Zahlung (Eingang auf Finanzamtskonto): 13.08.10

- Abgabe der ZM für Juli 2010 (bei monatlicher Abgabe): 25.08.10

 

 

2. Umsatzsteuerfalle nach Wegfall der Auslandspauschalen für Selbständige

Seit dem 01.01.2009 sind die Auslandspauschalen zu Übernachtungen und Verpflegungsmehraufwand für Selbstständige und Arbeitnehmer, die diese Kosten selbst tragen, gestrichen worden. Diese Pauschalen dürfen nur noch steuerfrei im Rahmen von Arbeitsverhältnissen ausgezahlt werden. Damit dürfen die gegenüber Auftraggebern vereinbarungsgemäß geltend gemachten Auslandspauschalen nicht mehr ohne Umsatzsteuerausweis berechnet werden. Im Falle einer Betriebsprüfung würde aus den Bruttobeträgen die Umsatzsteuer mit 19% heraus gerechnet werden. Da die Auftraggeber in der Regel zum Vorsteuerabzug berechtigt sind, spielt es für sie keine Rolle, wenn die Pauschalen zusätzlich mit Umsatzsteuer ausgewiesen sind.

 

Man kann sich zwar auch auf dem Standpunkt stellen, dass für mehrtägige Auslandsreisen zu mindest die Inlandspauschalen von 24 € pro Tag gelten müssen, da eine Ungleichbehandlung gegen EU-Recht verstoßen würde. Eine Verwaltungsverfassung oder Finanzgerichtsurteile gibt es zu dieser Problematik jedoch noch nicht. Der sicherste Weg ist auf die Pauschalen die Umsatzsteuer auszuweisen.

 

 

3. Nochmals zur wichtigen ZM-Umstellung:  Erste Deadlines 25.08. bzw. 25.10. 2010!

(1) Ab 01.07.2010 ist die zusammenfassende Meldung (ZM) für Lieferungen in den EU-Raum (innergemeinschaftliche Lieferungen) zwingend monatlich abzugeben und zwar jeweils bis zum 25. des Folgemonats, erstmals also am 25.08.2010. Dies gilt für die Jahre 2010 und 2011 allerdings erst ab einer Höhe von 100.000 € pro Quartal. Ab 2012 wird die Schwelle übrigens auf 50.000 € abgesenkt. Bleiben Ihre Umsätze unter diesen Schwellen werten, so ist erstmals also am 25.10.2010 abzugeben.

(2)       Ab 01.07.2010 ebenfalls neu müssen die Dienstleistungen an Unternehmer im EU-Ausland (EU-Auslandsdienstleistungen) quartalsweise zum 25. des Folgemonats in der ZM gemeldet werden, erstmals also am 25.10.2010. Verlängerungen sind nicht möglich.

            Damit weichen erstmals die Abgabefrist für USt-VA und ZM von einander ab. De facto bedeuten diese bürokratischen Verschärfungen, dass die Dauerfristverlängerung bei der Abgabe der USt-VA um 15 Tage verkürzt wird oder dass die ZM-relevanten Daten uns vor Übermittlung der regulären Buchhaltungsunterlagen mitgeteilt werden.
 

(3)       Um den dadurch verursachten (und im Übrigen völlig sinnlosen) Mehraufwand zu vermeiden, schlagen wir vor, uns zumindest die isolierten Daten einer ZM-relevanten Leistung jeweils nach Quartalsende aber so rechtzeitig vor dem 25. des Folgemonats zukommen zu lassen, dass wir mit einer vorläufigen Meldung den ZM-Termin wahren können.

           
Die weiteren ZM-relevanten Leistungen (EU-Auslandsdienstleistungen und innergemeinschaftliche Lieferungen) melden wir nach Erfassung der Buchführung (im Turnus der regulären Umsatzsteuervoranmeldungen) erst im Rahmen einer Korrektur-ZM. Dazu wird eine Monatsfrist gewährt, sonst sind Bußgelder bis zu 5.000 € möglich.

(4)       Dieser „Trick” funktioniert daher nicht, wenn Sie von der Abgabepflicht bei den Umsatzsteuervoranmeldungen befreit sind und nur eine Jahreserklärung abgeben müssen. In diesem Fall sind Sie leider gezwungen, uns die ZM-relevanten Daten jeweils nach Quartalsende aber so rechtzeitig vor dem 25. des Folgemonats zukommen zu lassen, dass wir die ZM rechtzeitig abgeben können.

Es ist bei der Masse der erweiterten ZM-Meldungen zwar zu nicht erwarten, dass in absehbarer Zeit bei verspäteten Meldungen Bußgelder verhängt werden. Wir möchten Ihnen jedoch selbstverständlich nur eine absolut sichere Vorgehensweise vorschlagen.

             

(5) Den Selbstbuchern unter Ihnen bleibt es selbstverständlich unbenommen, diese Handlungsvorschlage zu übernehmen.

 

 

4. Kapitalertragssteuerabzug auf betrieblichen Konten unschädlich

Betriebliche Konten die Zinserträge abwerfen, fallen nicht unter die Einkünfte aus Kapitalvermögen (Kapitalerträge) und unterliegen damit nicht der Abgeltungssteuer mit dem reduzierten Steuersatz von 25%. Trotzdem wird auf betrieblichen Konten Kapitalertragssteuer einbehalten, auch wenn man gegenüber der Bank angegeben hat, dass es sich um ein betriebliches Konto (Betriebsvermögen) handelt, Dies ist nach den verschachtelten Vorschriften zur Kapitalertragssteuer in § 43 Abs. 2 Satz 3 bis 8 EStG tatsächlich korrekt. Die Zinserträge aus betrieblichen Bankkonten unterliegen nicht dem reduzierten Steuersatz, sondern werden im Rahmen der Veranlagung dem regulären Progressivtarif unterworfen. Allerdings ist die Kapitalertragssteuer als Steuervorauszahlung von der veranlagten Steuerschuld abzuziehen.

 

 

5. Informationsquellen über Schuldner und Gemeinschuldner in Insolvenz

Unter www.insolvenzbekanntmachungen.de werden in einer bundesweit einheitlichen Datenbank sämtliche Eröffnungen von Insolvenzverfahren sowohl von Kapitalgesellschaften als auch von Privatpersonen veröffentlicht. Bei Privatpersonen gibt es im Vorfeld noch die empfehlenswerte Möglichkeit, vor Kosten auslösenden Maßnahmen wie Vollstreckungsaufträge einen Eintrag im Schuldnerverzeichnis beim Vollstreckungsgericht abzufragen. Mitgeteilt wird das Datum der letzten eidesstattlichen Versicherung und Anträge auf Haftbefehl auf Abgabe der eidesstattlichen Versicherung. Das Schuldnerverzeichnis ist leider (noch) nicht elektronisch einsehbar. Die Auskunft muss daher konventionell per Brief oder Fax beim zuständigen Vollstreckungsgericht (Wohnsitz des Schuldners) beantragt werden.

 

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