01/2012

Inhalt:
1. Steuertermine Januar 2012
2. Ab 2012 Ausbildungskosten bis zu 6.000 € als Sonderausgaben abzugsfähig
3. Neues zu den Nachweisen bei umsatzsteuerfreien Lieferungen ins EU-Ausland
4. Personalia: Elma Medic neue Steuerfachkraft in der Implerstraße

Sehr geehrte Mandantinnen und Mandanten,

 

mit Schwung ins neue Jahr gestartet und schon ist es wieder Zeit für einen neuen Steuerrundbrief.

 

RA Peter Eller und sein Kanzleiteam

 

 

1. Abgabe- und Zahlungstermine Januar 2012

- Abgabe der Umsatzsteuervoranmeldung für November 2011 (bei  Dauerfristverlängerung) bzw. für Dezember 2011 oder das vierte Quartal 2011 (ohne Dauerfristverlängerung) sowie der Lohnsteueranmeldung für 2011 (ganzes Jahr) und Dezember 2011:                                                                                                      10.01.12

- Schonfrist für Zahlung (Eingang auf Finanzamtskonto):                                         13.01.12

- Abgabe der ZM für Dezember 2011 (bei monatlicher Abgabe)                                25.01.12

- Abgabe der ZM für das 4. Quartal 2011 (bei quartalsweiser Abgabe)                      25.01.12

 

 

 

2. Ab 2012 Ausbildungskosten bis zu 6.000 €  als Sonderausgaben abzugsfähig


Im Oktober-Rundbrief berichteten wir darüber, dass der Bundesfinanzhof Kosten für eine Ausbildung, die in einen bestimmten Beruf mündet, oder die für ein begrenztes Berufsfeld aufgebracht werden, als vorweggenommene Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben behandelt. Der BFH leitet sein Urteil aus der grundlegenden Systematik der Gewinnermittlung ab, indem steuerpflichtigen Einnahmen zugeordnete Ausgaben dem Grunde nach steuerlich abzugsfähig sein müssen.

 

Der Gesetzgeber hat in einem weiteren Änderungsgesetz, verabschiedet am 27.10.2011, ab 2012 zwar einerseits den Sonderausgabenabzug für Ausbildungskosten auf 6.000 € erhöht. Gleichzeitig schreibt er gesetzlich fest, dass Ausbildungskosten für eine erste Ausbildung stets als Sonderausgaben und nicht als Werbungskosten/Betriebsausgaben zu behandeln sind. Damit geht die Dauerauseinandersetzung zwischen Gesetzgeber und BFH in eine neue Runde. Der BFH versucht den Gesetzgeber auf eine minimale Steuersystematik einzuschwören und der Gesetzgeber reagiert darauf, dass einzig gesetzeskonform ist, was die Regierung für richtig hält. Der Ausgang ist schon jetzt gewiss: letztendlich landet der Streit wieder beim Bundesverfassungsgericht, gegen das der Gesetzgeber weniger ausrichten kann.

 

 

3. Neues zu den Nachweisen bei umsatzsteuerfreien Lieferungen ins EU-Ausland

 

§§ 17a und 17c UStDV wurden mit Wirkung ab 01.01.2012 umgestaltet. Darin wird der Belegnachweis für innergemeinschaftliche Warenlieferungen geregelt, die unter den gegebenen Voraussetzungen als umsatzsteuerfrei gemäß § 4 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. b und § 6a UStG zu behandeln sind. Der Belegnachweis wird nun lediglich anhand von zwei Dokumenten geführt: dem Doppel der Rechnung und einer so genannten Gelangenheitsbestätigung: darin bestätigte der Abnehmer mit Angabe von Datum und seiner Adresse, zu welchem Zeitpunkt die darin näher bezeichnete gelieferte Ware in das Bestimmungsland gelangt ist.

 

In den Versendungsfällen muss die Gelangenheitsbestätigung nur von dem mit der Beförderung betrauten Transportunternehmen aufbewahrt werden und auf Verlangen des Finanzamts vorgelegt werden. In diesen Fällen muss der die Steuerfreiheit begehrende Unternehmer lediglich eine schriftliche Versicherung des Unternehmers vorweisen, dass dieser über die Gelangenheitsbestätigung verfügt.

 

Ratsam ist es allerdings, sich die Gelangenheitsbestätigung auch in den Speditionsfällen aushändigen zu lassen, da im Ernstfall nur so zuverlässig der erforderliche Nachweis geführt werden kann. Fehlt nämlich dieser Teil des Belegnachweises, so muss nach der objektiven Beweislage feststehen, dass der Liefergegenstand ins übrige Gemeinschaftsgebiet gelangt ist. Beweisbelastet ist immer der Unternehmer.

 

Problematisch bleiben auch die Abholfälle, wenn also der Käufer die Ware abholt und selbst ins EU-Ausland transportiert. Auch in diesen Fällen sollte – wie bisher auch schon ratsam – zunächst eine Rechnung mit Umsatzsteuer ausgestellt werden und bei Bargeschäften auf die Zahlung des vollständigen Bruttobetrages bestanden werden. Legt der Abholer die Gelangenheitsbestätigung nach Ankunft der Ware im Bestimmungsland vor, wird eine korrigierte Rechnung ohne Umsatzsteuer erstellt und die zu viel bezahlte Umsatzsteuer zurückerstattet. In der Buchhaltung wird der Erlös dann nachträglich als steuerfrei behandelt und entsprechend umgebucht.

 

 

4. Personalia: Elma Medic neue Steuerfachkraft in der Implerstraße

 

Frau Elma Medic verstärkt seit 2. Januar 2012 unser Team im Büro in der Implerstraße. Sie ist Steuerfachangestellte mit Berufserfahrung und übt ihre Tätigkeit in Teilzeit an 3 Tagen jeweils von Montag bis Mittwoch aus. Mandanten, für die Frau Medic neu zuständig ist, werden von uns alsbald gesondert angeschrieben.

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