Voller Schuldzinsenabzug auch bei Realisierung steuerfreier Wertzuwächse
25. Januar 2010

Laut BFH reicht auch ein geringer Überschuss der Zinserträge aus.

Wer Anleihen zu einem Ausgabekurs unter 100% kauft und sie am Ende der Laufzeit zum Nominalwert veräußert, realisiert einen nicht steuerpflichtigen Wertzuwachs in Höhe der Differenz. Steuerpflichtig sind lediglich die zusätzlich anfallenden laufenden Zinsen. Mit Hilfe eines Darlehens kann man den zwar steuerfreien Wertzuwachs durch ein höheres Ankaufvolumen wesentlich steigern. Damit die Schuldzinsen in voller Höhe als Werbungskosten bei den laufenden Kapitalerträgen abzugsfähig sind, muss allerdings auf folgende Voraussetzungen geachtet werden:

  • eigen- und fremdfinanzierte Wertpapiere müssen in einem einheitlichen Vorgang   angeschafft werden,
  • die laufenden Erträge müssen auf Dauer die Schuldzinsen übersteigen

Der BFH hat im Urteil vom 08.07.2003 (Az: VIII R 43/01) entschieden, dass unter den genannten Voraussetzungen die Schuldzinsen in ganzer Höhe abzugsfähig sind, da sie nicht im Zusammenhang mit der Realisierung des steuerfreien Wertzuwachses stünden. Als Steuersparmodell eignet sich die teilweise Fremdfinanzierung dann, wenn die Freibeträge ausgeschöpft sind.
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Kapitalanleger

RA und Fachanwalt für Steuerrecht Peter Eller, München, eller(at)msa.de
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