Verluste aus fremd finanzierten Firmenbeteiligungen sind im Regelfall abziehbar

FG Düsseldorf verlangt lediglich einen Totalüberschuss, der sich auch aus der steuerfreien Wertsteigerung ergeben kann.

Wer Anteile an Kapitalgesellschaften, die dauerhaft wenig ausschütten, fremd finanziert, dessen Werbungskosten können die Kapitalerträge nachhaltig übersteigen. Die Finanzverwaltung erkannte bislang den Verlust nicht an, da es an einer Gewinnerzielungsabsicht fehle. Dem ist das FG Düsseldorf im Urteil vom 20.10.2005 (Az. 15 K 5087/03 E) entgegen getreten. Es erkennt Verluste an, sofern sich ein Totalüberschuss aus dem Finanzengagement ergibt, wenn auch die vorhersehbare Wertsteigerung im Hinblick auf einen geplanten Verkauf einbezogen wird. Dass dieser Verkaufserlös außerhalb der Spekulationsfristen steuerfrei ist, stört das Finanzgericht nicht. Verluste werden nach Meinung des Gerichts aber dann nicht berücksichtigt, wenn die Beteiligung lediglich aus persönlichen Gründen gehalten wird. In geeigneten Fällen sollte daher der Verlust geltend gemacht werden und bei Widerstand des Finanzamtes auf das Finanzgerichtsurteil verwiesen werden.

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