Umsatzsteuervorauszahlungen für das abgelaufene Jahr können noch in diesem Jahr ertragsteuerlich abgesetzt werden

Bundesfinanzhof hält Zahlung bis 10. Januar des Folgejahres für unschädlich gemäß § 11 Abs. 2 Satz 2 EStG.

Allen Einnahmeüberschussrechnern, die für die Umsatzsteuervorauszahlungen keine Dauerfristverlängerung vereinbart haben, greift der BFH unter die Arme. Wenn für Dezember bzw. das 4. Quartal eines Jahres eine Umsatzsteuervorauszahlung zu leisten ist, so wird diese Zahlung erst bis zum 10. Januar des Folgejahres fällig. In § 11 Abs. 2 Satz 2 EStG ist geregelt, das regelmäßig anfallende Leistungen, die spätestens bis zum 10. Januar des Jahres getätigt werden, noch als Betriebsausgaben im alten Kalenderjahr anzusetzen sind, wenn sie wirtschaftlich diesem zugehörig sind. Im Urteil vom 01.08.2007 (XI R 48/05) hat der BFH entschieden, dass es bei dieser Vorschrift allein auf die Regelmäßigkeit ankommt und unterschiedlich hohe Zahlbeträge unschädlich sind.

Alle Umsatzsteuerzahler, die nicht die Vergünstigung der Dauerfristverlängerung in Anspruch nehmen, sollten die Zahlung bis zum 10. des Folgejahres noch als Betriebsausgabe für das abgelaufene Jahr absetzen. Das gleiche gilt für die Lohnsteuerzahlung im Januar für den abgelaufenen Zeitraum des Vorjahres.

Aber Achtung: Die Zahlung muss tatsächlich zum 10. Januar des Folgejahres vom Konto abgebucht worden sein bzw. der Auftrag an die Bank mit diesem Datum bestätigt werden. Wenn dem FA eine Einzugsermächtigung erteilt wird, wird in der Regel erst am letzten Tag der dreitägigen Zahlungsschonfrist abgebucht, also am 13. Januar des Folgejahres, was bereits zu spät ist.

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