Kirchensteuerabzug an der Quelle kann verhindert werden
21. Januar 2010

Dieses Wahlrecht wird voraussichtlich bereits ab 2011 wieder abgeschafft

Ab 2009 behalten die Kreditinstitute die Kapitalertragssteuer als Abgeltungsteuer an der Quelle ein. Dies gilt jedoch nicht für die Kirchensteuer, die auf der Einkommensteuer in Form der Abgeltungssteuer lastet. Da den Kreditinstituten die Religionszugehörigkeit ihrer Kunden nicht bekannt ist, wird dem Steuerpflichtigen ab 2009 ein Wahlrecht eingeräumt:

 

Sie können bei der Bank einen Antrag auf Kirchensteuerabzug stellen: Dann wird die Kirchensteuer als Zuschlag zur 25 %igen Abgeltungssteuer auf die Kapitaleinkünfte einbehalten. Die Abgeltungssteuer vermindert sich dabei um ein Viertel der einbehaltenen Kirchensteuern, um den Abzugseffekt als Sonderausgabe zu erreichen. Konsequenterweise kann die gezahlte Kirchensteuer in dieser Alternative nicht zusätzlich als Sonderausgabe im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung geltend gemacht werden.

 

Oder dieser Antrag wird nicht gestellt. Dann ist bei der Einkommensteuer-Veranlagung die einbehaltene Kapitalertragssteuer zu erklären, anhand einer Bankbescheinigung nachzuweisen und die anhand dieser Angaben später festgesetzte Kirchensteuer zu entrichten. In dieser Variante ist die Kirchensteuer Sonderausgabe im Jahr des Abflusses.

 

Für die einbehaltenen ausländischen Steuern gelten eigene komplizierte Berechnungsformeln (§ 32d Abs. 1 Satz 4 und 5 EStG). Ab 2011 werden die Finanzämter voraussichtlich beim Bundeszentralamt über einen kompletten Datenpool der Religionszugehörigkeit aller Steuerpflichtigen, eine Informationsquelle die auch den Kreditinstituten verpflichtend geöffnet werden soll.

Kapitalanleger

RA und Fachanwalt für Steuerrecht Peter Eller, München, eller(at)msa.de
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