Investitionsabzugsbetrag nach § 7g Abs. 1 bis 4 EStG

Die nahezu ausschließlich betriebliche Nutzung ist ein Steuerkiller für den Investitionsabzugsbetrag in Bezug auf Firmenwägen, bei denen die 1-%-Regelung angewandt wird.

Der Gesetzgeber fördert seit 2008 langfristig geplante Investitionen mit diesem neuen Instrument, nach dem bis zu 40 Prozent der Anschaffungskosten von neuen oder gebrauchten beweglichen Wirtschaftsgütern bis zu drei Jahre vor der Anschaffung steuermindernd geltend gemacht werden können. Immaterielle Wirtschaftsgüter wie Software, Konzessionen, Firmenwert oder Kundenstamm sind ausgeschlossen. Kumulativ müssen folgende Voraussetzungen eingehalten werden:

 

·         Das Betriebsvermögen übersteigt nicht 235.000,00 € bei Einnahmeüberschussrechnern darf der Gewinn nicht mehr als 100.000,00 € betragen,

·         die Investition muss innerhalb von drei Jahren beabsichtigt und in Funktion und hinsichtlich des Anschaffungsbetrages dem Finanzamt benannt werden,

·         die im Jahr des Abzuges und den drei vorangegangenen Jahren für den Betrieb in Anspruch genommenen und nicht rückgängig gemachten Investitionsabzugsbeträge dürfen insgesamt 200.000,00 € nicht übersteigen und

·         das Wirtschaftsgut muss im Jahr der Anschaffung und im folgenden Veranlagungszeitraum im Inland eingesetzt werden und nahezu ausschließlich betrieblich verwendet werden.

 

Im Jahr der Anschaffung muss in gleicher Höhe diese Steuervergünstigung außerhalb der Bilanz gewinnerhöhend aufgelöst werden. Gleichzeitig werden gewinnmindernd die Anschaffungskosten des betreffenden Wirtschaftsguts um 40 % reduziert. Die Bemessungsgrundlage für die reguläre AfA bilden dann die reduzierten Anschaffungskosten.

 

Die nahezu ausschließlich betriebliche Nutzung ist ein Steuerkiller für den Investitionsabzugsbetrag in Bezug auf Firmenwägen, bei denen die 1-%-Regelung angewandt wird. Entweder es wird ein Fahrtenbuch geführt, das die nahezu ausschließlich betriebliche Nutzung ausweist oder der Investitionsabzugsbetrag wird rückgängig gemacht.

 

Erreicht die Investition später nicht den als Investitionsabzugsbetrag geltend gemachten Betrag oder fällt ganz oder teilweise aus, wird nämlich das – letztendlich unberechtigt – geltend gemachte Volumen rückwirkend im Jahr des ursprünglichen Abzuges nachversteuert, ggf. auch nur der Differenzbetrag. Für die Steuernachforderung fallen zudem 6 Prozent Zinsen an, jedenfalls ab dem 1. April des zweiten auf das Veranlagungsjahr folgenden Jahres. Die Finanzverwaltung möchte die Zinsen auch ohne Karenzzeitraum ansetzen.

 

Gewinnschwankungen können deshalb mit dem Investitionsabzugsbetrag nicht mehr mit steuerminderndem Effekt geglättet werden, wie das bei der Vorgängerregelung, der Ansparabschreibung, noch recht gut funktioniert hat.

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