GmbH und typischer Stiller Gesellschafter: Mitunternehmerschaft durch Begrenzung des Beteiligungskapitals vermeiden
02. September 2004

Bei Alleingesellschaftern einer GmbH, die sich als typischer stiller Gesellschafter an ihrer GmbH beteiligen wollen, droht eine böse Steuerfalle: Selbst wenn die übrigen Voraussetzungen für die Annahme einer typischen Gesellschaft vorliegen, insbesondere der typische Gesellschafter nicht an den stillen Reserven der GmbH beteiligt ist, nimmt die Rechtsprechung eine atypische Beteiligung an, wenn der Gesellschafter mit einem Betrag an der GmbH beteiligt ist, der mehr als 60% deren Stammkapitals ausmacht. In diesem Fall argumentiert der BFH (Beschluss vom 14.10.2003 – Az. VIII B 281/02), dass aufgrund der Kapitalverhältnisse die Stellung des stillen Gesellschafters so stark ist, dass sie wirtschaftlich einer Mitunternehmerschaft gleichkommt. Die Folgen sind fatal: Der stille Gesellschafter bezieht keine Einkünfte aus Kapitalvermögen mehr, sondern es liegen gewerbliche Einkünfte vor. Dies kann das Gehalt, aber auch Zinsen und Mieten betreffen. Im Übrigen zählen die der GmbH überlassenen Wirtschaftsgüter nicht mehr zum Privatvermögen, sondern zum Sonderbetriebsvermögen der GmbH und Still. Es ist also unbedingt darauf zu achten, dass die Beteiligungssumme nicht mehr als 60% des Stammkapitals der GmbH ausmacht.

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RA und Fachanwalt für Steuerrecht Peter Eller, München, eller(at)msa.de
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