Geschäftsführergehälter bis zu Dreiviertel des Gewinns
01. März 2004

Ein neueres rechtskräftiges Urteil des Finanzgerichts Niedersachsen wirbelt die bisherige Arithmetik durcheinander bei der Frage, ob Geschäftsführergehälter noch angemessen sind oder bereits eine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegt. Im Urteil vom 21.09.1999 (6 K 166/97 - EFG 2000, 647) stellt das Gericht auf eine angemessene Eigenkapitalverzinsung ab. Konkret wurde der Fall so entschieden, dass 25 % des Gewinns vor Berücksichtigung der Geschäftsführergehälter der GmbH als Gewinn verbleiben müssen. Damit können die Geschäftsführergehälter 75% des so berechneten vorläufigen Gewinns ausmachen. Ein Fremdvergleich anhand der bekannten Branchenspiegel lehnt das Gericht ab. Da das Urteil rechtskräftig wurde, ohne an den BFH zu gelangen, muss dieses von der überwiegenden Rechtsprechung abweichende Urteil jedoch mit Vorsicht behandelt werden. Immerhin kann in geeigneten Fällen hier mit der 75%-Grenze argumentiert und auf das Urteil verwiesen werden.

GmbH

RA und Fachanwalt für Steuerrecht Peter Eller, München, eller(at)msa.de
www.msa.de

Nach oben

© nemadesign GbR Stuttgart 2015