Arbeitszimmer muss nach Auffassung der Finanzverwaltung zur Einkünfteerzielung notwendig sein.

Der BFH überprüft diese Auslegung des Gesetzes in einem Revisionsverfahren, insbesondere in Fällen von geringer Bedeutung des Arbeitszimmers wie bei Vermietungs- und Kapitaleinkünften.

Die Finanzverwaltung stellt sekundiert von der Finanzrechtsprechung bei der Anerkennung von Kosten eines häuslichen Arbeitszimmers das Erfordernis auf, dass ein häusliches Arbeitszimmer zur Einkünfteerzielung notwendig sein muss. Es genügt also nicht, dass lediglich die Ausstattung des Arbeitszimmers geeignet ist, in diesem dort häusliche Arbeiten zu verrichten.

Obwohl dieses Erfordernis im Wortlaut § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b EStG nicht zu finden ist, wird die Erforderlichkeit eines Arbeitszimmers als zusätzliches ungeschriebenes gesetzliches Merkmal in all denjenigen Fällen angenommen, in denen einerseits die Tätigkeit dort nicht den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Beschäftigung bildet und andererseits für die dort ausgeübte Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Somit sind nach dieser Auffassung für nebenberufliche Tätigkeiten in einem Arbeitszimmer dessen Kosten auch nicht im Rahmen der Abzugsbeschränkung auf 1.250,00 € zulässig. Die Finanzgerichte haben die Erforderlichkeit eines Arbeitszimmers immer dann abgelehnt, wenn die Tätigkeiten dort lediglich von untergeordneter Bedeutung sind, wie etwa die Verwaltung von Mietshäusern oder einer Solaranlage.

So entscheid auch jüngst das Finanzgericht Düsseldorf im Urteil vom 04.05.2017, 8 K 329/15 E und hat wegen der gefestigten Rechtsprechung die Revision erst gar nicht zugelassen. Der BFH hat die Revision im Erzwingungsverfahren jedoch zugelassen und entscheidet nun unter VI R 46/17 darüber, ob es tatsächlich auf die Erforderlichkeit eines Arbeitszimmers ankommt, oder ob es ausreicht, dass das Arbeitszimmer hinsichtlich der Abgegrenztheit und der Ausstattung objektiv jedenfalls dazu geeignet ist, die – wenn auch untergeordneten – Tätigkeiten dort auszuüben. Möglicherweise wird sich das Blatt zu Gunsten der Kläger wenden, so dass in vergleichbaren Fällen ein Rechtsmittelverfahren eingeleitet und offengehalten werden sollte.

 

RA und Fachanwalt für Steuerrecht Peter Eller, München www.msa.de eller(at)msa.de

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